Bibel/Heilige der Letzten Tage predigen ein anderes Evangelium

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Predigen Heilige der Letzten Tage ein anderes Evangelium?

englischer Artikel


Kritiker behaupten, die Heiligen der Letzten Tage wären keine Christen, weil sie ein anderes Evangelium lehren. Paulus warnte uns vor solchen Leuten in Galater 1:6-9.


Eine typische Antwort auf diese Anschuldigung ist, dass die Heiligen der Letzten Tage kein anderes Evangelium lehren als die Apostel in alter Zeit. Aber diese Antwort ist unvollständig, weil die ursprüngliche Frage auf einem irrigen Verständnis von Galater 1:6-9 beruht. Wir sollten diese Schriftstelle genau untersuchen und bestimmen, wer, wem, wann und warum schrieb.

Paulus schrieb an die Galater, um vor etwas zu warnen, das er als wachsendes Problem innerhalb der Kirche selbst wahrnahm. Leute waren in seine Herde gekommen, die versuchten, sie in die Irre zu führen, indem sie ein anderes Evangelium predigten, ein verderbtes Evangelium, verschieden von dem, das Paulus selbst diesen Nichtjuden gepredigt hatte, die sich gerade erst der Kirche angeschlossen hatten.

Wer waren diese Leute? Waren es Heiden oder sonst eine andere Art von Nichtchristen, die ein verderbtes Evangelium predigten? Weder, noch. Es waren ihre Mitchristen von der Kirche in Jerusalem, die versuchten das zu lösen, was sie als wachsendes Problem unter den Heidenchristen betrachteten. Die Brüder aus Jerusalem wollten, dass sich alle männlichen Bekehrten, sowohl Jude als auch Nichtjude, der Beschneidung unterwerfen und sich verpflichten, das mosaische Gesetz zu halten.

Früher schon war Paulus zornig gewesen, als Petrus in sein Missionsfeld kam und ein anderes Evangelium, ein Evangelium der Beschneidung, lehrte, während Paulus das Evangelium der Nichtbeschneidung vertrat (Galater 2:7). Petrus hatte die Vision erhalten, den Dienst auf alle Menschen auszudehnen, einschließlich der Nichtjuden. Dies war eine auffällige Änderung gegenüber dem Dienst Christi, der seine Botschaft nur zum Haus Israel brachte. Doch Petrus war 'immer noch nicht' überzeugt, dass es volle Gemeinschaft mit den unbeschnittenen Christen geben solle, wie in Galater 2 gezeigt wird. Paulus bezog sich daher auf das, was Petrus lehrte, als anderes Evangelium, das Evangelium der Beschneidung.

Wer die Bibel kennt, der weiß, dass die Beschneidung in der Kirche des Neuen Testaments für viele Jahre ein kontroverses Thema war, auch noch nach der Vision des Petrus von den unreinen Tieren, als ihm gesagt wurde: „Was Gott für rein erklärt, nenne du nicht unrein” (Apostelgeschichte 10:15-35). Diese Kontroverse bezüglich des Evangeliums der Beschneidung (Galater 2:7). verursachte eine so arge Spaltung in der Kirche, dass sich die Apostel in Jerusalem versammelten, um die Angelegenheit zu entscheiden, sowie ihre gemeinsame Position festzulegen und niederzuschreiben. (Apostelgeschichte 15)

Aber zurück zu den Galatern. Paulus war zornig auf Petrus, der mit den nichtjüdischen Bekehrten speiste, bis einige Judenchristen aus Jerusalem in die Gegend kamen. Dann hielt sich Petrus von den Nichtjuden getrennt, was Paulus so ärgerlich fand, dass er „ihm offen entgegengetreten” ist. (Galater 2:11) In anderen Worten: Er hat es in Antiochia offen mit Petrus diskutiert.

Paulus war weiterhin verärgert über Petrus und einige andere, die immer noch den unbeschnittenen nichtjüdischen Bekehrten das Evangelium der Beschneidung predigten. Der bekannte christliche Theologe F. F. Bruce fügt zu dem Gegenstand, den Paulus in Galater Kapitel 1 und 2 behandelt, seinen Kommentar hinzu:

Wenn die erlösende Gnade durch Glauben und nicht durch Übereinstimmung mit dem mosaischen Gesetz empfangen wurde, dann stand sie Juden und Nichtjuden zu gleichen Bedingungen zur Verfügung. In der Praxis einen Unterschied zu machen, wie es Petrus und die anderen taten, hieß in der Praxis, das Evangelium zu leugnen. (Paul: Apostle of the Heart set Free)


Galater 1:6-9 hat mit einem spezifischen Problem der Lehre zu tun, dem die frühen Christen gegenüberstanden. Diese Schriftstelle auf irgendeine andere Lehre anzuwenden, mit der Gegner nicht einverstanden sind, heißt, die Schriften zu verdrehen.

Anmerkung

Joseph Smith beurteilte die Beschneidung jedoch wie folgt: LuB 74:1-7

verwendete Quellen

Steven R. Gibson, Schnelle Antworten auf Fragen von Antimormonen, deutsche Übersetzung erschienen bei LDS BOOKS, Bad Reichenhall, 2005, ISBN 3-934347-29-0


Zusätzliches Material